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Warum steigen die Kosten für Food & Beverage im Gastgewerbe erneut – und was können Betreiber dagegen tun?

Warum steigen die Kosten für Food & Beverage im Gastgewerbe erneut – und was können Betreiber dagegen tun?

27 Mai 2026
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Haftungsausschluss – Die Informationen entsprechen dem Stand Mai 2026. Aufgrund der dynamischen Entwicklung der aktuellen Konfliktlage können sich die Daten kurzfristig ändern.

Steigende Energiepreise, geopolitische Spannungen und anhaltende Lieferkettenprobleme setzen die Hospitality-Branche erneut unter Druck.

Doch wie gravierend ist die Situation tatsächlich, welche Kategorien sind besonders betroffen und welche Maßnahmen können Hotels, Restaurants und Gastronomiebetriebe ergreifen, um ihre Margen zu schützen?

Diese zentralen Fragen standen im Mittelpunkt des jüngsten Entegra-Webinars mit Samuel Rosiaux, Vice President Global Supply Management Food & Beverage bei der Sodexo Group. Er präsentierte aktuelle Marktentwicklungen und Beschaffungseinblicke mit Auswirkungen auf den europäischen Food-&-Beverage-Sektor.

 

Warum steigen die F&B-Kosten erneut?

Laut Samuel Rosiaux wird das derzeitige Inflationsumfeld vor allem durch folgende Faktoren verursacht:

  • Steigende Öl- und Erdgaspreise
  • Höhere Transport- und Logistikkosten
  • Inflation bei Düngemitteln
  • Geopolitische Spannungen weltweit
  • Wetterbedingte Risiken in der Landwirtschaft

Die globale Wirtschaft hat sich deutlich verlangsamt, die Konsumentennachfrage ist schwächer, und starke Ernten im Jahr 2025 haben in mehreren Rohstoffgruppen zu höheren Lagerbeständen geführt.

Daher wird erwartet, dass die Inflation künftig gezielter und ungleichmäßiger zurückkehrt – im Gegensatz zu den flächendeckenden Preissprüngen der vergangenen Jahre.

 

Wie wirken sich Energiepreise auf die Beschaffung im Gastgewerbe aus?

Energie bleibt einer der größten Kostentreiber entlang der gesamten Food-&-Beverage-Lieferkette.

Steigende Preise für Rohöl und Erdgas beeinflussen unter anderem:

  • Landwirtschaftliche Produktion
  • Herstellung von Düngemitteln
  • Verpackungsmaterialien
  • Distribution und Transport
  • Betriebskosten der Lieferanten

Da Lieferanten höhere Betriebskosten auffangen müssen, ist im weiteren Verlauf von 2026 sowie bis 2027 mit erneutem Preisdruck in mehreren Warengruppen zu rechnen.

 

Welche Lebensmittelkategorien sind am stärksten gefährdet?

Tierische Proteine

Tierische Proteine dürften in den kommenden zwölf Monaten den stärksten Inflationsdruck erfahren.

Aktuelle Prognosen gehen von Preissteigerungen zwischen 4 % und 12 % aus. Ursachen hierfür sind:

  • Rückläufige Viehbestände
  • Höhere Futtermittelkosten
  • Energieinflation
  • Umweltauflagen
  • Anhaltende Tierseuchen

Insbesondere Rindfleisch und Fisch gelten als besonders volatil, während Schweinefleisch derzeit ein vergleichsweise attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis bietet.

 

Molkereiprodukte

Die Molkereimärkte zeigen sich aktuell stabiler, unterstützt durch eine hohe Milchproduktion im Jahr 2025.

Obwohl im weiteren Jahresverlauf moderate Preissteigerungen erwartet werden, bleibt die Lage derzeit ausgeglichener als in vielen anderen Kategorien.

Obst und Gemüse

Die Märkte für Frischprodukte bleiben stark wetterabhängig.

Steigende Düngemittel- und Energiekosten sowie mögliche El-Niño-bedingte Wetterstörungen dürften weiterhin zu erheblichen Preisschwankungen bei Obst und Gemüse führen.

Backwaren

Der Backwarensektor zeigt aktuell mehr Stabilität, da sich die Lagerbestände bei Kakao, Zucker und weiteren Zutaten verbessert haben. Allerdings könnte der Druck auf Weizenpreise im weiteren Jahresverlauf zunehmen.

Kaffee

Die Kaffeepreise beginnen sich nach den starken Preissteigerungen der vergangenen zwei Jahre langsam zu entspannen.

Verbesserte Ernteaussichten in Brasilien sowie eine schwächere globale Nachfrage dürften in den kommenden Monaten zu einer schrittweisen Preiskorrektur beitragen.

Warum bereiten Wetterbedingungen und Landwirtschaft besondere Sorgen?

Eine der größten mittelfristigen Herausforderungen laut Samuel Rosiaux ist die wahrscheinliche Rückkehr von El-Niño-Wetterbedingungen im weiteren Jahresverlauf.

Historisch führt El Niño häufig zu:

  • Geringeren Ernteerträgen
  • Trockeneren Wachstumsbedingungen
  • Höherer Volatilität in der Landwirtschaft
  • Steigenden Rohstoffpreisen

Dies dürfte zusätzlichen Aufwärtsdruck auf wichtige Agrarrohstoffe wie Weizen, Mais, Sojabohnen und Pflanzenöle ausüben – allesamt Faktoren, die direkte oder indirekte Auswirkungen auf Lebensmittelkosten im Gastgewerbe haben.

 

 

Was können Hospitality-Betreiber tun, um ihre Margen zu schützen?

In volatilen Märkten gewinnt eine strategische Beschaffung zunehmend an Bedeutung für Hospitality-Betreiber, die ihre Margen schützen und die operative Stabilität sichern möchten. Unternehmen sollten regelmäßig ausgabenintensive Risikokategorien überprüfen, mehr Flexibilität in Speisekarten und Produktspezifikationen schaffen, geeignete Produktalternativen prüfen sowie Lieferantenzuschläge und Transportkosten genau überwachen. Auch das strategische Timing von Einkaufsentscheidungen und eine proaktive Planung im Hinblick auf zukünftige Marktvolatilität können einen erheblichen Unterschied machen. In vielen Fällen sind jene Unternehmen am besten aufgestellt, die schnell auf Veränderungen reagieren und fundierte Beschaffungsentscheidungen auf Basis verlässlicher Marktinformationen treffen können.

 

Wie unterstützt Entegra Hospitality-Unternehmen bei Marktvolatilität?

Entegra unterstützt Hospitality-Betreiber dabei, Marktinformationen in konkrete Beschaffungsmaßnahmen umzusetzen.

Die Teams helfen Kunden unter anderem dabei:

  • Einsparpotenziale zu identifizieren
  • Transparenz in der Beschaffung zu verbessern
  • Lieferantenstrategien zu optimieren
  • Substitutionsmöglichkeiten zu prüfen
  • Operative Ineffizienzen zu reduzieren
  • Die Widerstandsfähigkeit der Beschaffung zu stärken

Entscheidend ist heute, dass Unterstützung weit über reine Preisverhandlungen hinausgeht. Es geht darum, Hospitality-Unternehmen dabei zu helfen, in einem dynamischen Marktumfeld intelligentere kommerzielle Entscheidungen zu treffen.

Auch wenn die Volatilität im F&B-Markt voraussichtlich bestehen bleibt, werden Unternehmen, die agil, informiert und proaktiv handeln, deutlich besser positioniert sein, um ihre Profitabilität zu sichern und operative Stabilität aufrechtzuerhalten.